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Der „Brennende See“

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Das neue Projekt der Deutschen Bhutan Himalaya Gesellschaft in Bhutan besteht aus Sicherheitskonstruktionen am heiligen See Membartso im Tangtal, Bumthang. In diesem See sind in den letzten Jahren – zuletzt im Oktober 2013 – immer wieder Menschen ertrunken. Der Autor dieses Beitrags hat der bhutanischen Regierung deshalb anlässlich der Delegationsreise im Dezember 2013 Sicherheitskonstruktionen empfohlen. Die Kosten dafür werden von der DBHG getragen. Wegen der überaus großen Bedeutung des Sees für Bhutans Geschichte mussten die Skizzen erst in Zeichnungen umgewandelt werden und viele Genehmigungen durchlaufen. Jetzt, das heißt im Oktober 2014, hat das Projekt alle Stempel und im Frühjahr 2015 können die Arbeiten durchgeführt werden.

Terma – heilige Schätze

Guru Rinpoche, (skr. Padmasambhava, der Lotosgeborene) verbreitete im 8.Jh. den Buddhismus in Tibet und brachte ihn anlässlich mehrerer Reisen auch nach Bhutan. Zu seinen Methoden der Verbreitung der Lehre gehörte auch das Verstecken von Schätzen. Guru Rinpoche ging davon aus, dass die Menschen zu seinen Lebzeiten noch nicht reif genug für alle komplizierten Lehren des tantrischen Buddhismus seien und „versteckte“ deshalb Texte, Buddhafiguren und Ritualdolche, die Jahrhunderte später entdeckt werden sollten. Die späteren Schatzentdecker nannte man Tertön. In Bhutan kennt man fünf davon, der bei weitem wichtigste war Pema Lingpa.

Pema Lingpa

Pema Lingpa wurde in einem kleinen Dorf unterhalb des Felsenklosters Kunzedrak im Tangtal geboren und lebte von 1450 bis 1521. Er stammte aus einer einfachen Familie und wurde von seinem Großvater erzogen. Von diesem lernte er viele handwerkliche Fähigkeiten wie das Zimmern und Mauern, vor allem aber das Schmieden. Pema Lingpa war ein Zeitgenosse Chakzampa Thangtong Gyalpos und hat diesen wohl auch gekannt, wobei die besondere Verbindung das Schmieden war. Pema Lingpa war ein religiöses Kind und vollbrachte schon früh Wundertaten. Zu diesen Wundern gehörte auch sein Sprung in die mit Wasser gefüllte Schlucht des wild von den Bergen schießenden Tangflusses.

Pema stand 26jährig am Rande der Schlucht mit einer brennenden Fackel vor einer großen Menschen-menge an den Ufern und soll gemäß seinen Memoiren gesagt haben: „Wenn ich die Emanation eines Teufels bin, werde ich in diesem Fluss sterben. Wenn ich aber der Herzenssohn von Guru Rinpoche bin, werde ich mit dem gesuchten Schatz zurückkehren und die Fackel wird nicht ausgelöscht sein.“ Pema Lingpa sprang in das dunkle Wasser und kehrte mit dem Schatz, einer „sprechenden“ Buddhafigur und der bren-nenden Fackel, zurück. Seitdem heißt der See – eigentlich nur eine dunkle mit Wasser gefüllte Schlucht – Membartso: Der „Brennende See“.

Dieser See ist zu einem wichtigen Pilgerort für die Bhutaner wie für die Ausländer geworden.

Sicherheitsmaßnahmen

Die jetzt zum Bau freigegebenen Sicherheitskonstruktionen bestehen insbesondere aus einer neuen Holz-brücke im traditionellen Stil an der Stelle, wo die Felsen über dem See die engste Stelle bilden. Weiter sollen über die großen runden und glatten Steine Holzplattformen gelegt werden und über schlüpfrigem Grund Treppen und Pflasterflächen aus grobem Naturstein ange-legt werden. Schließlich werden eine Reihe von Gelän-dern mit Toren zur Vermeidung von Abstürzen gebaut und im Rahmen des Projekts auch drei Tafeln mit Hinweisen zu Vorsichtsmaßnahmen aufgestellt. Alle Maßnahmen sind so geplant, dass sie die heilige Stätte bzw. die Natur nicht beeinträchtigen und in das Ambiente passen. Die Arbeiten sollen bis zum Früh-sommer 2015 fertig gestellt sein.

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