Eigentlich sollte dieses von der Deutschen Bhutan-Himalaya Gesellschaft (DBHG) umgesetzte und vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Deutschen Botschaft in Neu Delhi großzügig geförderte Projekt, das sich mit der historischen Entwicklung und Verbreitung der Schriftkultur Tibets und Bhutans befasst, im Jahr 2020 zum Abschluss gebracht werden. Doch auch hier machte uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Die Nationalbibliothek in Thimphu, unser Partner für dieses Projekt, konnte nicht alle Maßnahmen wie geplant umsetzen. Hier handelt es sich insbesondere um die Gestaltung einer Museumsecke in der Nationalbibliothek, wo Exponate, die während der Forschung gesammelt wurden, ausgestellt werden sollen. Nun ist geplant, alle Maßnahmen bis Mitte 2021 abzuschließen. Dann soll auch die Museumsecke offiziell eingeweiht werden.

Projektleiter dieses überaus spannenden Projektes ist Gregor Verhufen.

Das Projekt ist in zwei Phasen zu je 1½ Jahren unterteilt. Dabei wird die Entwicklung der Schrift in Bhutan über beinahe anderthalb Jahrtausende betrachtet. Zur Schriftkultur Bhutans gehören viele Komponenten, wie beispielsweise die Holzschnitzkunst, die beim traditionellen Buchdruck verwendet wird. Dabei werden die Buchstaben spiegelverkehrt auf ein vorbearbeitetes Holzscheit geschnitzt. Weiterhin gehören die Herstellung von Griffeln, die für jede Schriftart unterschiedlich sind, dazu, die Tinte, die aus einem bestimmten Sud hergestellt wird und die Papierherstellung, um nur einige Bestandteile, die zur bhutanischen Schriftkultur gehören, zu nennen.

Auch die Entwicklung der Kalligrafie selbst ist Bestandteil des Projekts. Bhutan besitzt eine einzigartige Schrift genannt Joyig, die speziell für das Drachenland hergestellt wurde und in Tibet, wo auch die bhutanische Schrift ihren Ursprung hat, nicht bekannt ist. Einem Schüler des berühmten Padmasambhava, Denma Tsemang, wird nachgesagt, er hätte diese Schrift mit nach Bhutan gebracht und dort verbreitet. Die Schrift kennt man zwar in Tibet nicht, aber wenn man sich 2000 km weiter nach Norden in das Seidenstraßenkloster von Dunhuang begibt, fanden sich dort Schriften, die der bhutanischen Schrift zum Verwechseln ähnlich sind. Wo sind hier die Zusammenhänge und wie kann es sein, dass die gleiche Schriftart an zwei so unterschiedlichen und weit auseinander liegenden Orten auftaucht? Der Forschungsteil des Projektes soll helfen, das herauszufinden.

Verwandte Projekte
Contact Us

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you, asap.

Nicht lesbar? Text ändern. captcha txt

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen